Von MaxCine zu Platz eins beim Nature-Fotowettbewerb

Mit einem Foto vom Waldrapp-Projekt hat Gunnar Hartmann den diesjährigen #ScientistAtWork-Fotowettbewerb der Fachzeitschrift Nature gewonnen

6. Juni 2026

​​​​​​​​​​​​​​​Dieser Artikel wurde mit Genehmigung der Max-Planck-Gesellschaft erneut veröffentlicht.

​​​​​Als der Morgen über den Feldern und Olivenhainen von Jaén im Süden Spaniens anbricht, erhebt sich ein Schwarm Waldrappen in die Luft. Auf dem Rücksitz eines Ultraleichtflugzeugs ruft Helena Wehner, die Ziehmutter der Vögel, eine rhythmische Melodie auf Deutsch, um die Tiere auf ihrem Weg in die Winterquartiere zu leiten. 

Was auf den ersten Blick wie eine Filmszene wirkt, dokumentiert ein außergewöhnliches Artenschutzprojekt – und hat beim diesjährigen Fotowettbewerb #ScientistAtWork der Zeitschrift Nature gewonnen. Aufgenommen hat das Foto der 24-jährige Student Gunnar Hartmann, der einen besonderen Bezug zu Max-Planck hat: Er engagiert sich seit seinem vierzehnten Lebensjahr bei MaxCine, über das er auch zum Waldrapp-Projekt bekam. 

Das Waldrapp-Projekt​ ist eine EU-geförderte ​Forschungs- und Naturschutzinitiative, die die seltene Vogelart in Europa wiederansiedeln soll. Waldrappen brüteten einst in den nördlichen Ausläufern der Alpen, verschwanden dort jedoch vor rund 400 Jahren. In dem Projekt, an dem sich zehn europäische Länder beteiligen, werden die Vögel von Menschen aufgezogen und lernen, Ultraleichtflugzeugen auf ihren Zugrouten zu folgen. Auf diese Weise werden sie schrittweise wieder an ihre historischen Lebensräume herangeführt.​

Von MaxCine zum Waldrapp-Projekt

Seit 15 Jahren vermittelt das Zentrum am Max-Planck-Institut für Verhaltensbiologie wissenschaftliche Themen rund um Tierverhalten, Ökologie und Naturschutz an Kinder und Jugendliche. Das Besondere: Neben der Forschung spielen kreative Ausdrucksformen wie Film, Fotografie, Theater oder Kunst eine zentrale Rolle. So entstehen Begegnungen zwischen jungen Menschen und Forschenden, die neue Perspektiven auf Wissenschaft eröffnen. 

„MaxCine hat mir nicht nur Einblicke in die Forschung eröffnet, sondern auch meinen Blick auf die Fotografie geprägt. Beides zusammen hat letztlich zu diesem Bild geführt“, sagt Gunnar Hartmann. Im Rahmen der jährlichen Migration unterstützte er die Routenplanung und dokumentierte die rund 2.800 Kilometer lange Reise fotografisch.

Hartmann studiert BioGeoWissenschaften an der Universität Koblenz. Sein Gewinnerfoto setzte sich gemeinsam mit vier weiteren prämierten Bildern gegen mehr als 220 Einsendungen von Forschenden und Studierenden aus aller Welt durch. Die ausgezeichneten Aufnahmen werden in Nature veröffentlicht; die Preisträgerinnen und Preisträger erhalten zudem ein Preisgeld von 500 britischen Pfund.​

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